Ready to Race“ hieß es nach fast neun Monaten wieder für das Global Formula Racing Team. Die lange Zeit des Wartens und Vorbereitens hatte ein Ende, wir waren bereit für FSAE Michigan 2013. All das Blut, der Schweiß und die Tränen, die auf dem Weg von der ersten Idee bis zum Zusammenbau vergossen wurden, haben sich gelohnt. All die Mühen haben zu einem atemberaubenden Rennwagen und einem starken Team geführt. Die letzte Aufgabe, die noch zu bewältigen war, waren die 2400 Meilen zwischen Corvallis, Oregon, und dem Michigan International Speed in Brooklyn, Michigan. Als das Team sich auf die 40-stündige Reise machte, wuchs die Aufregung und die Vorfreude. Im Jahr zuvor schrieben wir in Michigan Geschichte, wir hatten es als erstes Team geschafft, den Titel dreimal in Folge zu gewinnen. Das Ziel war also hoch gesteckt und wir waren auf der Jagd nach einem neuen Rekord und einem neuen Titel.

Wir erreichten Dienstagabend (7. Mai) mit einer Stunde Puffer pünktlich die frühe Anmeldung. Danach zogen wir nach Graves Farm Campsite ungefähr eine halbe Meile von der Rennstrecke um. Dort bietet ZF jährlich einer Hand voll gesponserten Teams Campingwagen an. Wir freuen uns, dass wir solche Privilegien genießen dürfen und sind darüber sehr dankbar.

Am Mittwoch stellten wir unsere Box im Innenfeld des Speedways auf. Kurz danach rollte das Auto schon zur technischen Abnahme. Mit minimalen Änderungen war es uns möglich, bis zum Nachmittag die technische Abnahme erfolgreich zu bestehen. Das gab uns genügend Zeit zur Vorbereitung auf die statischen Wettbewerbe.

Der Donnerstag begann mit der dynamischen Prüfung des Rennwagens einschließlich dem Bremstest und dem „Schallpegel-Check“ des Motors. Ebenfalls fanden alle drei statischen Wettbewerbe am Donnerstag statt: Cost Report, Business Presentation und Design Report.

Nachdem alle Vorbereitungen und die erste Runde der statischen Wettbewerbe bestanden war, konnte am Freitag sowohl das Finale der Design-Präsentation stattfinden, als auch die drei dynamischen Disziplinen: Acceleration, Skid-Pad und Autocross. Es war bei Weitem der bewegendste Tag des gesamten Wettbewerbs. Angefangen hat es mit dem Acceleration und Skidpad am Morgen und zu Ende ging es mit dem Autocross und den Finalen der Design Präsentation. Für das Team fing es bereits am Morgen großartig an, wir wurden im Skidpad Gesamtklassement 2. und erreichten Platz 13 beim Beschleunigungsrennen. Die guten Nachrichten hörten gar nicht mehr auf als wir erfuhren, dass wir 2. bei der Business Presentation wurden und dass das Design Team uns  unter die Top 3 bei den Design Finals brachte.

Die nächste Aufgabe für das Team war der Autocross, bei dem zwei unserer Fahrer gegen die Zeit das Beste in zwei Runden geben mussten.

Beide unserer Fahrer konnten ihre Läufe komplett abschließen: Ryan Thoma stellte den Tagesrekord auf, obwohl er bei jedem Durchlauf ein und dieselbe Pylone umfuhr. Phil Arscott stellte eine noch bemerkenswertere Zeit auf, in dem er das Feld fast eine gesamte Sekunde hinter sich ließ. Am Ende war es klar, GFR hatte das schnellste Auto und dominierte den Autocross.

Aber eigentlich bündelt sich die ganze Teamleistung auf einen einzigen Moment, dem Endurance, dem Ausdauerrennen. 40% der möglichen Punkte können hier gewonnen werden, somit ist es besonders wichtig hier zu starten und ins Ziel zu kommen.

Doch die Geschichte lehrte uns, dass rund die Hälfte der gestarteten Teams das Ziel nicht erreichen konnten, denn dies ist die Härteprüfung für das Team und das Auto.

Wie immer in Michigan mussten auch dieses mal die Teams mit dem unvorhersehbaren Wetter in Michigan kämpfen und so war jedes Team umso mehr besorgt auf die Strecke zu kommen, da die Regenwahrscheinlichkeit mit dem Laufe des Tages zunahm. Die Teams starteten in umgekehrter Reihenfolge zu den Ergebnissen des Autocross und so waren wir das letzte Fahrzeug, dass auf die Strecke ging. Am Nachmittag kurz vor unserem Start, ereilte ein Rennauto einen Motorschaden und verteilte Öl auf der gesamten Rennstrecke. Das Rennen wurde sofort unterbrochen und die Crew tat ihr Bestes um die Strecke wieder für die noch verbliebenen 8 Autos freizugeben.

Dies Verzögerte die Veranstaltung um 90 Minuten. Während die Strecke gereinigt wurde, änderte sich auch das Wetter. Der Himmel verfinsterte sich, der Wind frischte auf und die Temperaturen fielen ==> Ein Sturm zog auf. Die paar Teams in der Boxengasse wechselten von den Slicks auf weichere Regenreifen. Eine weise Entscheidung, denn mit stärker werdendem Regen wurden die Streckenverhältnisse nass und auch rutschig.

Endlich waren wir das nächste Auto, das auf die Strecke durfte, Zeit zu starten und Rennen zu fahren. Durch die Pause und die kühlen Wetterverhältnisse sank die Motortemperatur unter einen kritischen Wert und hatte Probleme auf Anhieb anzuspringen. Nach ein paar Minuten handauflegen schoben wir das Auto zurück zum Start, mit laufendem Motor, aber das war unglücklicherweise unser Aus, denn es wurde entschieden, dass das GFR disqualifiziert wurde. Aus dem einfachen Grund, dass wir nicht den Regularien folgten, wie ein Auto während dem Rennen zu starten sei. So war unser Tag und die Teilnahme an dem Wettbewerb in Sekundenschnelle aus und vorbei. Neun Monate wurden durch ein paar Minuten zunichte gemacht. Keiner konnte es glauben und das Entsetzen war groß.

Wie man von vielen Seiten hört, sind die Erfahrungen, die man bei einer Teilnahme an der SAE mitnimmt, durch nichts zu ersetzen und unterscheiden uns von den „normalen“ Studenten, die nicht an lehrplanübergreifenden Veranstaltungen teilnehmen. Wir wissen wie es sich anfühlt und wie man es macht. Noch haben wir nicht mehr ganz zwei Monate um uns für die europäischen Veranstaltungen vorzubereiten, um mit beiden, dem eCar und dem cCar wieder ganz vorne mit dabei zu sein. Wir nehmen die Herausforderung an, so wie wir es immer schon gemacht haben. Der Blick ist nach vorne gerichtet, um alle Unterstützer der Oregon State University und der DHBW Ravensburg und auch die Sponsoren unter dem Deckmantel Global Formula Racing zu repräsentieren.

Vielen Dank für ihr Interesse und ihre Unterstützung . Auf geht’s GFR!

Schreibe einen Kommentar